Ich habe eine Frage, da ich mir sehr große Sorgen mache. Ich war in der 5. Schwangerschaftswoche im Igludorf an der Zugspitze auf etwa 2600m Höhe. Dort habe ich einen halben Tag und eine Nacht verbracht. Am nächsten Morgen hatte ich Schwindel und Kopfschmerzen. Nachdem ich etwas gegessen hatte, ging es mir deutlich besser. Wir sind dann noch für etwa eine Stunde auf die Zugspitze auf fast 3000m gefahren.
Kann das meinem Ungeborenen geschadet haben?
Antwort von Hoehenmedizin.org
Lassen Sie mich Folgendes voranstellen: Der embryonale "Mensch", wenn man ihn in der Frühschwangerschaft bereits so nennen möchte, hat noch viele Hürden zu überwinden. Richard Dawkins schreibt hierzu sehr treffend: „Die meisten Befruchtungsprodukte enden in einer frühen Fehlgeburt, bevor die Mutter überhaupt davon weiß, und wir alle haben Glück gehabt, dass es uns nicht so ergangen ist...", sonst könnten Sie diese Frage nicht stellen und ich nicht darauf antworten. Was ich Ihnen damit sagen möchte ist, dass man zu diesem Zeitpunkt Ihrer Schwangerschaft unmöglich sagen kann, ob der Embryo es bis zur Geburt schaffen wird und auch warum ggf. eben nicht. Die Gründe für Fehlgeburten sind vielfältig und eine kurze Periode der Sauerstoffunterversorgung kann natürlich ein solcher Grund sein.
2‘600m sind sicher die Grenze, aber falls Ihre Schwangerschaft durchkommt, dann haben Sie mit Ihrem Höhenaufenthalt keinen Schaden angerichtet, denn die Organe sind noch gar nicht ausgebildet. In dieser Periode besteht Ihr Embryo gerade mal aus 3 Schichten, die sich allmählich differenzieren. Entsprechend gilt hier das Alles-oder Nichts-Prinzip, d.h. wenn der Embryo weiterhin in Ihnen wächst, dann haben Sie ihn nicht geschädigt. Falls er „abgeht“, dann muss es nicht unbedingt der Aufenthalt an und auf der Zugspitze gewesen sein.
Daher sollten Sie sich nicht zu arg Sorgen, die Natur wird sich in dieser Schwangerschaftsphase für den richtigen Weg entscheiden.