Ich pla­ne Anfang Sep­tem­ber die Bestei­gung des Mat­ter­horns /4500m). Nun fra­ge ich mich, wie ich mich am Bes­ten für die­se Bestei­gung i. S. Akkli­ma­ti­sa­ti­on vor­be­rei­te. Ich woh­ne auf 700 M.ü.M. und absol­vie­re seit ca. Anfang Juli prak­tisch jedes Wochen­en­de Klet­ter-Hoch­tou­ren (bis­her 2 x über 4000m, 3 x über 3000m, Dau­er jeweils ca. 6 Std.). Zur Akkli­ma­ti­sa­ti­on für die­se Tou­ren bin ich jeweils ein Tag vor­her in eine Höhe von ca. 1800m ange­reist. Bei den Tou­ren kam ich nie an mei­ne Gren­zen. Ich bin 44 Jah­re alt und ansons­ten sehr fit. Die letz­ten vier Tage ver­brach­te ich eben­falls in Zer­matt und führ­te eine Hoch­tour über 4000m und zwei Ber­wan­de­run­gen bis ca. auf eine Höhe von 3000m durch. Bis Anfang Sep­tem­ber ist nun noch eine Klet­ter-Hoch­tour auf 4200 m geplant (zwei Wochen vor der Mat­ter­horn­be­stei­gung). Aus­ser ab und zu ein paar Kopf­schmer­zen – die ich mit Ibu­pro­fen gut behan­deln konn­te – ver­spür­te ich bis­her nie Sym­pto­me.

Ich fra­ge mich nun, ob mir vier Tage zur Akkli­ma­ti­sa­ti­on rei­chen, bevor ich aufs Mat­ter­horn stei­ge und wie ich die­se Tage am Bes­ten nut­zen bzw. pla­nen soll­te.

Antwort von Hoehenmedizin.org

Höhen­ak­kli­ma­ti­sa­ti­on ist etwas, was es nicht auf Vor­rat gibt. In der Regel sagt man, dass für die Umstel­lung Ihres Kör­pers nach Errei­chen einer bestimm­ten Höhe über 2500m eine Woche bean­sprucht wird. Die­se Akkli­ma­ti­sa­ti­on ist jedoch nicht nur das Erlan­gen eines höhe­ren Häma­to­krit-Wer­tes (Anzahl roter Blut­kör­per­chen pro ml Blut). Dann wür­de die Höhen­an­pas­sung tat­säch­lich deut­lich län­ger anhal­ten, da die Lebens­dau­er der roten Blut­kör­per­chen etwa 4 Mona­te beträgt. Akkli­ma­ti­sa­ti­on ist viel­mehr ein kom­ple­xes Zusam­men­spiel ver­schie­de­ner Organ­sys­te­me, vor allem der Lun­ge, Herz, Nie­ren und Blut. Hier­durch wird das Säu­re-Basen-Ungleich­ge­wicht infol­ge hypo­ba­rer Sauer­stoff­knapp­heit kor­ri­giert, das Sauer­stoff­de­fi­zit im Trans­port­me­di­um Blut aus­ge­gli­chen sowie die Herz- und Lun­gen­leis­tung erhöht. Dies auf­recht­zu­er­hal­ten, kos­tet Ihren Kör­per Ener­gie, die er nur dann auf­wen­den wird, wenn es drin­gend erfor­der­lich ist.

Ihre ein­mal erlang­te Akkli­ma­ti­sa­ti­on bedeu­tet also eine indi­vi­du­el­le opti­ma­le Anpas­sung an die gegen­wär­ti­gen Umge­bungs­um­stän­de. Und die­se Anpas­sung hält im Schnitt auch nur eine Woche an, wenn Sie die “her­vor­ru­fen­de” Umge­bung wie­der ver­las­sen. Es kann also sein, dass Sie nach 14 Tagen Tal­auf­ent­halt an die glei­che Stel­le in den Ber­gen zurück­keh­ren und höhen­krank wer­den, obwohl Sie zuvor opti­mal ange­passt waren. Wenn Sie sich 4 Tage vor der Tour auf das Mat­ter­horn Zeit geben, kön­nen Sie sich aller­dings gut vor­be­rei­ten. Sie könn­ten z.B. eini­ge Tage auf einer der umlie­gen­den Hüt­ten bis 3200m ver­brin­gen und von dort aus leich­te­re Tou­ren unter­neh­men. Gip­fel­zie­le hat es ja genü­gend.

Hin­weis: Alle Namen wur­den aus recht­li­chen Grün­den von der Redak­ti­on geändert/entfernt.


Kategorien: Akklimatisation

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