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HAPE auf Mönchsjochhütte

Als Gele­gen­heits­berg­stei­ger hat­te ich schon eini­ge Male Pro­ble­me bei Tou­ren ober­halb 3000 Meter über Meer. Ich konn­te bis­her kei­ne Regel­mäs­sig­kei­ten fest­stel­len, da ich vor eini­gen Wochen mit einem Kol­le­gen auf einer Ski­tour war und gros­se Pro­ble­me hat­te, hat er mich auf Ihre Home­page ver­wie­sen.

Vie­len Dank für Ihre Ant­wort. Ich neh­me jetzt mal an, dass eine bes­se­re Akkli­ma­ti­sa­ti­on hel­fen wird. Wie gehe ich da am bes­ten vor? Gibt es Medi­ka­men­te, die man ein­neh­men kann? Kor­re­spon­denz Wir waren im Jung­frau­ge­biet unter­wegs, sind am Nach­mit­tag auf die Mönchs­joch­hüt­te gefah­ren (3600 m.ü.M), haben dort über­nach­tet. Am nächs­ten Mor­gen hat­ten wir einen Auf­stieg, eine Abfahrt, einen Auf­stieg und die Schluss­ab­fahrt bewäl­tigt. Ich konn­te nicht gut schla­fen und hat­te schon beim ers­ten Anstieg Mühe. Die Abfahrt war gut und ich fühl­te mich gleich bes­ser. Der zwei­te Auf­stieg war sehr hart für mich, ich kam prak­tisch nicht vor­wärts, hat­te das Gefühl ich hät­te einen Gür­tel um die Brust geschnürt und hat­te einen sehr hohen Puls. Zudem muss­te ich den gan­zen Tag nie Was­ser las­sen und muss­te mich zum Essen zwin­gen. Oben ange­kom­men (3800 m.ü.m) war ich total erschöpft. Die Abfahrt ver­lief gut. Mit jedem Höhen­me­ter weni­ger fühl­te ich mich bes­ser, muss­te noch erbre­chen und als wir unten anka­men (1200 m.ü.m) war alles vor­bei.

Rück­bli­ckend hat­te ich das schon meh­re­re Male, ein­fach ohne Erbre­chen. Ich hat­te aber immer ande­re Ent­schul­di­gun­gen gesucht (Stress, wenig Schlaf, zu viel Son­ne, usw.).

Kön­nen Sie mir wei­ter­hel­fen? Was kann ich dage­gen zun?

 

Antwort der Redaktion

Ihre Beschwer­den haben nichts mit den “ande­ren Ent­schul­di­gun­gen” zu tun, son­dern ein­fach mit der Tat­sa­che, dass die Höhe die­se Sym­pto­me her­vor­ruft. Schlaf­pro­ble­me, Ver­dau­ungs­stö­run­gen und Erbre­chen wei­sen am ehes­ten auf die Aku­te Berg­krank­heit (AMS) hin. Hat­ten Sie auch Kopf­schmer­zen? Die gehö­ren eigent­lich dazu. Leis­tungs­ein­bus­se und Luft­not sind bereits Anzei­chen eines Höhen­lun­gen­ödems (HAPE). Die Ursa­che für die­se Erkran­kun­gen ist der nied­ri­ge Luft­druck in der Höhe und begüns­ti­gend bei Ihnen scheint die feh­len­de Akkli­ma­ti­sa­ti­on zu sein. Wenn ich Sie rich­tig ver­stan­den habe, sind Sie mit der Jung­frau­bahn auf­ge­fah­ren? Dafür gibt es das geflü­gel­te Wort “zu schnell zu hoch”. Was für Stun­den­auf­ent­hal­ter in der Regel kein Pro­blem dar­stellt, ist bei nicht akkli­ma­ti­sier­ten Über­nach­tun­gen in die­ser Höhe durch­aus bedeut­sam. Dass Sie Schlaf­pro­ble­me hat­ten, ist hier ganz nor­mal. Eben­falls nor­mal ist der schwer­fäl­li­ge Auf­stieg am nächs­ten Mor­gen: Ihre Mus­keln hät­ten für die Arbeit gern etwas Sauer­stoff zum Ver­bren­nen gehabt, wel­cher aber nicht in adäqua­ter Wei­se zur Ver­fü­gung gestellt wur­de, was auf ein Lun­gen­pro­blem hin­weist. Als Sie wie­der ins Tal abfuh­ren, stieg der Luft­druck und damit der Sauer­stoff­teil­druck mit jedem ver­lo­re­nen Höhen­me­ter an, was die Ursa­che Ihrer Beschwer­den ver­schwin­den lies.


Nachtrag

Vie­len Dank für Ihre Ant­wort.

Ich neh­me jetzt mal an, dass eine bes­se­re Akkli­ma­ti­sa­ti­on hel­fen wird. Wie gehe ich da am bes­ten vor? Gibt es Medi­ka­men­te, die man ein­neh­men kann?

 

Antwort der Redaktion

Eine gute Akkli­ma­ti­sa­ti­on braucht Zeit. Ab der pro­ble­ma­ti­schen Höhe (bei uns ca. 2500 m) nur 300 m pro Tag (maxi­mal 500 m) hoch­stei­gen. Die Berg­hüt­ten lie­gen ja alle auf etwa die­ser Höhe (2800 m).

Bei Sym­ptom­frei­heit stei­gen Sie am nächs­ten Tag wei­ter auf oder eben auf den Gip­fel. Wenn Sie nicht ohne Pro­ble­me sind, soll­ten Sie einen Ruhe­tag ein­le­gen – da kommt der Fak­tor Zeit ins Spiel, und die haben wir ja bekannt­lich nicht bei einem Wochen­end-Trip.

Medi­ka­men­te kaschie­ren nur die Sym­pto­me, hel­fen aber nicht bei der Akkli­ma­ti­sa­ti­on. In Ihrem Fall wäre es mög­lich, 24 Stun­den vor Auf­stieg mit 3 x 8mg Dexa­me­tha­son zu begin­nen.

 

Hin­weis: Alle Namen wur­den aus recht­li­chen Grün­den von der Redak­ti­on geändert/entfernt.


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